Tour41 goes Cuba!

Warum mein Ehrenamt eine Selbstverständlichkeit und zeitgleich eine Belastung ist:

Mein Name ist Sven , ich bin 35 Jahre alt, selbständiger Unternehmer, stehe mit beiden Beinen im Leben und bin Administrator der Tour41 Facebook- Seite.

Als Neffe von Markus stimmt es mich traurig zu sehen, was ein Missbrauch mit meinem Onkel angestellt hat. Ich kenne und vermisse den Markus der er vor dem Ausbruch seines Traumas war. Ein Mann, der Menschen mit seiner Euphorie mitziehen konnte. Ein Mann, der die ganze Welt gesehen hat, Sportarten ausgeübt hat, nach denen andere sich die Finger lecken würden, Jobs hatte, die jeder wollte – aber nicht jeder bekommt. Ein Mann der keine Gewalt mag. Wenn es mal mit fremden Leuten eine Auseinandersetzung gab, hat Markus die Menschen verbal geschlagen. Diese Gabe habe ich zum Glück auch.

Ich denke gerne zurück an den „gesunden“ Markus. Zu schön waren die Abende, bei denen er gekocht hat (er kann das, sogar richtig gut ), Markus Gitarre gespielt hat und seine Lieblingssongs gesungen hat. Phil Collins, ich kenne mittlerweile jeden Song in und auswendig. Es hat einen Grund warum Markus‘ Sohn den Namen eines der besten Künstler unser Zeit trägt. Wenn er dann noch Bilder seiner Reisen gezeigt hat und zu fast jedem Foto eine coole Geschichte erzählt hat, blühte mein Herz auf. Mega! Das ganze hat mich neugierig gemacht.

Heute bin ich der, der die Welt bereist. Niemals dasselbe Land zweimal. Nie Europa. Europa habe ich berufsbedingt bis auf Skandinavien durch und das kann ich machen, wenn ich alt bin. Am Ende meines Lebens möchte ich somit eine Weltreise gemacht haben.

Markus war und ist zum Glück heute noch sehr bescheiden. Wer ihn von seinen Freunden oder Verwandten anruft und Hilfe benötigt, bekommt sie von ihm – sofort und ohne Diskussion. Das alles ist der Grund, warum er Freunde rund um den Globus hat. Beeindruckend, wirklich.

Ich bin Gründungsmitglied im Verein, bekomme viel Freiraum. Also ein Kind der ersten Stunde. Seitdem ich mich selbst seit einem Jahr Papi nennen darf, bin ich in einer Abwehrhaltung. Jeder Fremde, der meinem Kind zu nahe tritt, wird von mir gescannt und genau beobachtet. Ich mache das nicht aus Böswilligkeit. Nur, ich habe hier unzählige Nachrichten von Betroffenen gelesen und beantwortet. Einer meiner besten Freunde hat gesagt :“ Du musst Nerven aus Stahl haben. 60 Stunden die Woche arbeiten, Familie, Sport, Freude und das heikle Thema.“ Jo, habe ich teilweise auch, aber Tour41 geht nicht spurlos an mir vorbei. Markus und ich sprechen nicht nur dieselbe Sprache, wir agieren auch fast gleich. Das bedeutet, ich kann viel fressen, mache Probleme mit mir selbst aus. Deshalb ist es für mich auch wichtig, zeitweise mein Ehrenamt stillzulegen und mal drei bis vier Tage Pause einzulegen. Nur so kann sich jeder, unsere Unterstützer oder Mitglieder, schützen.

In diesem Sinne,

karibische Grüße

Sven

#MeToo, Times up und die Tour41 – #JaIchBin

Warum ist es so schwer, die 41 angezeigten Fälle von schwerem sexuellen Kindesmissbrauch pro Tag als Thema gesellschaftsfähig zu machen, wo doch #MeToo und Times Up so populär sind? Haben es die Kinder nicht verdient? Haben es die Überlebenden, Opfer und Angehörigen nicht genauso verdient durch alle Medien vertreten zu werden? Wer gibt den Kindern seine Stimme, wer steht für sie ein?

Mich stimmt es traurig, dass Prominente so viel Aufmerksamkeit bekommen und kaum einer an die Kinder und die erwachsen gewordenen Opfer denkt. Jeden Tag erreichen mich Nachrichten von Betroffenen. Menschen outen sich bei mir, wenn ich meine Geschichte erzähle oder wenn ich Unterschriften sammle. #JaIchbin ist ein Hashtag für alle Betroffenen, alle Überlebenden, alle Opfer und Angehörigen.

Der Begriff „Überlebender“ beschreibt genau den Zustand, in dem sich ein sexuell missbrauchtes Kind, das erwachsen geworden ist, befindet.

Überlebende sind unglücklich, weil sie intuitiv wissen, dass sie sich bloß über Wasser halten, statt ihre Möglichkeiten für ein zufriedenes und lohnendes Dasein auszuschöpfen. Glück und Erfüllung sind unmöglich, wenn der Körper und Geist darauf gedrillt sind, im Alarmzustand zu verharren.

Solange wir alle die Gesellschaft nicht erreichen und darauf aufmerksam machen, dass wir so viele Betroffene sind und genau so viel Öffentlichkeit und prominente Unterstützung brauchen wie #MeToo und Times up, wird sich nichts ändern. Das Schweigen könnte mit einer Welle wie bei MeToo oder Times up endlich gebrochen werden.

Die Tour41 ist noch lange nicht am Ende. Steh mit uns auf, erhebe deine Stimme, auch wenn du nicht betroffen bist.

Herzlichen Dank

Picasso & Markus

Der Tourplan im ersten Halbjahr steht

Der Tourplan steht und viele Städte haben uns die Erlaubnis erteilt. Nicht immer ganz kostenfrei. Leider gibt es Städte, die zu hohe Kosten berechnen, sodass wir leider nicht immer dahin kommen, wo wir es uns wünschen. Dennoch sieht es jetzt gut aus. Start der März-Tour ist Münster, über Aschaffenburg, Würzburg, Nürnberg bis Erlangen. Die April-Tour geht von Kürten (Stoning Roll) über Kassel, Siegen, Duisburg bis Mayen.

Weitere Termin finden Sie hier:

Auf Instagram gibt es Bilder vom letzten Jahr, jeder Tourstopp ist hier zu sehen, es lohnt sich mal zu stöbern. Hier der Link:

Tourdaten in fester Reihenfolge: Münster, Kürten, Aschaffenburg, Würzburg, Nürnberg, Erlangen, Kürten, Kassel, Siegen, Duisburg, Mayen, Kürten, Kaiserslautern, Darmstadt, Karlsruhe, Saarbrücken, Oer-Erkenschwick. Geplant für das 2. Halbjahr: Coesfeld, Wipperfürth, Emden, Norddeich, Oldenburg, Bremen, Lüneburg, Berlin, Leipzig, Dresden, Chemnitz, Jena, Weimar, Erfurt, Eisenach, Bad Hersfeld, Kassel, Göttingen, Duderstadt, Bielefeld, Dortmund

Twitter, Instagram & Co finden Sie auch auf www.Tour41.net (Immer am Seitenende)

Verdamp lang her – heute kommt es mir vor, als wenn es gestern war

Wolfgang Niedecken, BAP, mit dem Lied „Verdamp lang her“ passt auf mein Leben. Es dauerte lange zu erkennen, warum ich wie in meinem Leben gehandelt habe. Ich kenne viele Situationen in meinem Leben, an denen ich fast zerbrochen wäre. In dem Jahr, als mein Phil geboren ist, habe ich das Liebste gewonnen und gleichzeitig das Liebste in meinem Leben verloren, meine Mutter, meinen Anker. Auch wenn ich keine physische Nähe zu meiner Mutter hatte, so hatte ich doch eine liebenswerte Verbindung zu ihr.

Ich war 25 Jahre alt, durch meine Biografie war ich Spätentwickler und zu jung, die Mutter zu verlieren. Ich kann heute noch nicht mit dem Tod umgehen, ebenso sind Krankenhäuser für mich eine Qual. Ich habe damals von jetzt auf gleich meine Familie verlassen, meinen zweijährigen Sohn und meine Frau. Hätte ich es nicht getan, wäre ich daran zerbrochen. Nicht nur wegen des Todes meiner Mutter, sondern auch, weil ich meinen Anker verloren hatte und meinen Sohn verlassen musste und jeden Augenblick auf der Flucht vor den anrollenden Gefühlen war. Mich hätte meine Vergangenheit überrollt und ich war noch nicht bereit, noch nicht bereit für diesen langwierigen aussichtslosen Kampf. Ich hätte ihn verloren und mich aufgegeben, ich hätte eine Lösung für mich gefunden. Ich habe in den ersten Monaten nach der Trennung jede verdammte Nacht geschwitzt, verkrampft und mich gequält. Ich kannte nur Vollgas nach vorn, um keine Bilder, Gerüche und einfach nur Ekel zuzulassen. Immer schneller, nur keine Ruhephasen, kein Raum für diese grausamen Gefühle, die da anrollen.

Es ist nicht fair, dass ich und die vielen anderen Betroffenen, Überlebenden und Angehörigen, jeden Tag gequält, retraumatisiert werden und wir uns rechtfertigen müssen. Wie kann ich frei von Schuld und Scham sein, wenn Behörden, Kliniken und Krankenkassen mir das Leben so schwer machen, weil ja grundsätzlich jeder lügt und sich eine Leistung erschleichen möchte. So resignieren Betroffene oft frühzeitig und werden so an den Rand der Gesellschaft katapultiert. Allein gelassen mit all dem Verwaltungswahn. Ich verstehe in meinem Borderleiner Schwarz-weiß-Denken nicht, wie schräg und falsch Menschen Betroffene in eine Schublade stecken können. Dabei brauchen wir/ich doch nur Hilfe! Die Täter werden verharmlost, können ihr Unwesen weiter treiben. Deutschland, schäm dich dafür! Seit Gründung der Bundesrepublik hätte sich etwas ändern können und müssen. Statt dessen machen wir weiter so, verlieren jeden Tag 1.000 Kinder (inklusive der Dunkelziffer). Wir müssen jetzt aufstehen, gemeinsam brechen wir das Schweigen! Ich höre nicht auf, mit meiner Tour41 Deutschland zu bereisen, der Weg ist das Ziel. Dennoch brauchen wir Mitstreiter, dem sexuellen Kindesmissbrauch den Kampf anzusagen. Vielen Dank an meinen Verein, unsere vielen Unterstützer und Mitstreiter. Ihr habt das Herz am rechten Fleck.

Herzlichst

Picasso & Markus

Mit Deiner Hilfe kommen wir in Deine Stadt

Mein letzter Stopp war in Recklinghausen, organisiert von der Selbshilfegruppe für sexuell missbrauchte Männer um Holger Knupp. Ein Unterschied wie Tag und Nacht ist es, wenn lokal ansässige Menschen sich um die Sondererlaubnis zur Nutzung öffentlicher Flächen in ihrer Stadt kümmern. Die Tour41 bekommt so einen lokalen Bezug, das macht es auch der örtlichen Presse einfacher, über die Tour41 zu berichten.

Gemeinsam mit Holger und Heiko haben wir am 24. Januar 2018 Unterschriften gesammelt. Über 200 Unterschriften sind zusammen gekommen und viele Betroffene haben sich informiert, unterschrieben und gar Listen mitgenommen. Danke an die Stadt Recklinghausen für die unkomplizierte Genehmigung und Herrn Flake von der Recklinghauser Polizei für das so intensive Gespräch. Nach Übach-Palenberg, danke an Diana, das war jetzt der zweite Erfolg kostenfrei und völlig unkompliziert an die Erlaubnis zur Nutzung öffentlicher Flächen zu kommen.

Und es geht schon weiter: Tour41 zu Gast in Dorsten am 2. & 3. Februar.
Du möchtest uns unterstützen? Schreib mir eine E-Mail an: [email protected]. In den Betreff schreibst Du nur Deine Postleitzahl. Zusammen stimmen wir dann den Termin ab.

Ich plane die Tour der Postleitzahl entsprechend.

Herzlichen Dank

Picasso & Markus

 

Es gibt auch glückliche Tage, heute ist so einer

Unglaublich, die Gala Menschen 2017 der Aachener Nachrichten war so schön. Tolle Geschichten, tolle Menschen und meine Biographie. Wie immer geht so ein Interview nicht ohne Spuren an mir vorbei. Ich konnte mich beim besten Willen nicht mehr an das Interview erinnern, so sehr stehe ich unter Druck. Nach zwei wundervollen Tagen mit meinen Freunden und dem Anschauen der Aufzeichnung ist der gesamte Ballast von mir abgefallen und hat mir einen glücklichen Tag gebracht.

Unser Ministerpräsident, Herr Armin Laschet, bekommt unseren „Offenen Brief“ persönlich überreicht, wir haben so viele Erfolge für das so schwere Thema erreicht. Es zeigt mir jeden Tag, wie wichtig unsere Tour41 ist. Wir haben es geschafft, das Thema sexuellen Kindesmissbrauch in die Gesellschaft zu bringen. Jetzt benötigen wir noch etwas Ausdauer und müssen den Weg weitergehen. Wir werden gesehen, gehört und unterstützt. Das hätte ich mir so nie träumen lassen. Danke an alle!

Unser Verein ist nun gemeinnützig beim Amtsgericht Köln „19474“ eingetragen. Jetzt kommt es auf uns alle an. Ich kann die Akuthilfe nur aufbauen, wenn wir jetzt wachsen. Wachsen an Mitgliedern und Spenden.

Mein Ziel und das unserer vielen ehrenamtlichen Helfer ist es, wirklich gemeinnützig zu handeln. Wir verschleudern kein Geld, damit Betroffene kostenfreie Hilfe erfahren. Wir haben schon zwei Grundstücke angeboten bekommen, um die Akuthilfehäuser zu bauen. Ich benötige 100.000 €, um die ersten fünf Tiny-Häuser bauen zu können. Meine Hoffnung liegt derzeit auf meinem OEG (Opferentschädigungsgesetz)-Antrag, der dem Tour41 e.V. einen Großteil der 100.000 € einbringen sollte.

Zusammen sind WIR stark und brechen das Schweigen

Glückliche Grüße

Picasso & Markus

Stillstand und die Angst – Der Borderliner wird’s richten

Stillstand ist für mich die Höchststrafe. Zeit und Raum für Angst, Bilder, Gerüche und allem, was dazugehört. Filme, vor denen ich jeden Tag Angst habe und mit Vollgas flüchte. Selten spricht einer von den Angehörigen, den Familien und Freunden. Wer nicht betroffen ist, tut sich schwer mit diesem Thema. Wenn einer wie ich 24 Stunden und sieben Tage in der Woche in und mit diesem Thema lebt, der hat kein anderes Thema mehr. Ich weiß, dass es vielen nach einer Weile zu viel wird, dass viele es einfach nicht mehr ertragen können. Freundschaften sterben, Familien brechen auseinander und das Telefon verstummt. Doch was soll ich tun? Wenn man nicht weiß, wo man hingehört und keine Wurzeln hat. Ein zufriedenes und lohnendes Dasein nicht möglich. Wie auch, wenn Körper und Geist im Alarmzustand verharren. Jeder Tag ist wie der Abschuss einer Flipperkugel. Ich tänzel durch NRW und weiß nicht, wo ich ankomme. Jeden Tag auf’s Neue. Ich lebe für meine Tour41. Ich habe mir gegenüber strenge Regeln und Prioritäten und ein geht nicht, gibt’s nicht. Leider projiziere ich sie manchmal auf andere. Das tut mir leid und war und ist so nicht geplant. Ich habe Traumafolgestörungen, wie den Borderliner. Er bringt mich in die grenzwertigsten Situationen. Um die Borderlinestörung zu verstehen, habe ich etwas gefunden. Es lohnt sich, diesen Beitrag zu lesen.

Vielen Dank dafür

Picasso & Markus

Mich hat eine Moderatorin gefragt: „Was hätten Sie sich als Kind gewünscht?“
Mein Hirn findet mit dieser Frage keine Ruhe. Leere und dennoch voller Gedanken!

Ich war fünf Jahre alt. Voller Angst, Scham und Schuld. Verwirrt darüber, was da geschieht. Wie habe ich das ausgehalten? Ich habe mich abgespalten und verschiedene Überlebensstrategien entwickelt. So auch den Borderliner

Die Borderline-Persönlichkeit

„Es ist, als ob der Thermostat ausgefallen ist“, so fasst eine Betroffene ihr Borderline-Erleben zusammen. „Der Motor ist entweder überhitzt oder unterkühlt, und irgendwann geht es dann nur noch mit Vollgas: Augen zu und durch.“ Instabilität zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben der Borderliner. Ihr Dasein ist geprägt von Krisen, Katastrophen, Beziehungskonflikten, sozialer Misere und nicht selten selbstzerstörerischem und selbstverletzendem Verhalten. Sie reagieren impulsiv, ohne Rücksicht auf die Konsequenzen. Das Gefühl innerer Leere und große Verlassenheitsängste wechseln mit exzessivem, selbstschädigendem Verhalten (hohe Geldausgaben, Drogen- oder Alkoholmissbrauch, Fressanfälle, rücksichtsloses Fahren, zügellose Sexualität). Die Fähigkeit vorauszuplanen ist gering. Borderliner neigen zu oft heftigen, explosiven Wutausbrüchen, was manchmal zu gewalttätigem Verhalten führt. Sexuelle Beziehungen und Partnerschaften sind zumeist sehr intensiv, aber nur von kurzer Dauer. Diese Beziehungsprobleme kommen daher, dass die Borderline-Persönlichkeit in Schwarz oder Weiß, Gut oder Böse spaltet. Zwischentöne gibt es nicht. So genügt manchmal ein einziger kleiner Fauxpas, um vom Borderliner geradewegs aus dem Himmel in die Hölle befördert zu werden und da auch erst einmal zu bleiben. So wird das Zusammenleben mit Borderlinern oft zum „Drahtseilakt auf einer Hochspannungsleitung“ oder zum „Tanz auf dem Vulkan“, wie ein Angehöriger es plastisch formuliert. Borderliner drohen häufig mit Selbstmord oder fügen sich selbst Verletzungen zu, um damit sich selbst oder andere zu „bestrafen“ oder auch um den inneren Druck loszuwerden, denn sie stehen nahezu permanent unter „Dampf“. Dabei reden sie nicht über ihre Gefühle, sondern stauen sie so lange an, bis sie irgendwann herausplatzen. Die Signale zu erkennen, ist für Außenstehende schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Oft sind es kleine, scheinbar bedeutungslose Gesten nebenbei, mit denen die Betroffenen ein Beziehungsangebot in den Raum werfen. „Sie stellen Fallen“, bemerkt ein Therapeut dazu, „wie ein Terrorist eine Plastiktüte voll Semtex einfach stehen lässt. Bum!“

Temperament oder „Störung“

– Wo ist die Grenze? Von einer Borderline-Störung kann man ausgehen, wenn jemand unter mindestens fünf der folgenden neun Symptome leidet:

Unbeständige und unangemessen intensive zwischenmenschliche Beziehungen.
Impulsivität bei mindestens zwei potentiell selbstschädigenden Verhaltensweisen (z.B. Geldausgeben, zügelloser Sex, Substanzmissbrauch, Ladendiebstahl, rücksichtsloses Fahren).
Starke Stimmungsschwankungen, die gewöhnlich einige Stunden oder, in seltenen Fällen, einige Tage dauern.
Häufige und unangemessene Zornausbrüche.
Selbstverletzungen und/oder wiederholte Selbstmorddrohungen oder -versuche.
Fehlen eines Ich-Identitätsgefühls (Unsicherheit im Selbstbild, der sexuellen Orientierung, den langfristigen Zielen oder Berufswünschen, in der Art der Freunde oder Partner oder den persönlichen Wertvorstellungen).
Verzweifelte Bemühungen, die reale oder eingebildete Angst vor dem Verlassen werden zu vermeiden.
Chronische Gefühle von Leere und Langeweile.
Stressbedingte paranoide Phantasien (Verfolgungsphantasien) oder schwere dissoziative Symptome (Persönlichkeitsspaltung).

Ein Therapeut, der schwerpunktmäßig mit Borderlinern arbeitet, fasst die „klassische Borderline-Störung“ wie folgt zusammen: „Hochgradige Ambivalenz, starke assoziative Lockerung und daraus folgende Handlungen, schnelles Schwingen zwischen entgegengesetzten Stimmungslagen und länger dauerndes Verharren darin, stabile Instabilität.“ Ob es sich dann deswegen um eine behandlungsbedürftige „Krankheit“ handelt, hängt stark davon ab, inwieweit die Betroffenen und/oder ihr Umfeld darunter leiden. Die meisten Borderliner sind intelligent, charmant und schillernde Zeitgenossen.

Entwurzelte Seele:

Ursachen der Borderline-Störung

Über die Ursachen einer Borderline-Störung gibt es mehrere Theorien. Einig sind sich die Fachleute darüber, dass es sich in jedem Fall um eine frühkindliche Entwicklungsstörung handelt – zumeist mit einem oder mehreren traumatischen Erlebnissen als Auslöser. Die Borderline-Störung ist in erster Linie eine Beziehungsstörung. Die Betroffenen haben als Kind nicht erfahren können, dass ein und dieselbe Person sowohl gut als auch böse sein kann.

Dreiviertel aller Borderline-Patienten sind weiblich. Über 70 Prozent der Betroffenen sind in ihrer Kindheit (sexuell) missbraucht worden – zumeist über einen längeren Zeitraum. Das fanden neuere Studien inzwischen heraus. Als Überlebensstrategie haben die Betroffenen dabei „gelernt“, sich von schlimmen und belastenden Ereignissen abzuspalten, sich also aus der Situation herauszunehmen („es ist alles nicht wahr“, „das passiert nicht wirklich mir“). Deswegen findet man bei Borderline-Betroffenen auch häufig Gedächtnislücken, so genannte Amnesien: Das sind Zeiträume, in denen man zwar real gehandelt hat, sich aber nicht mehr erinnern kann. Im Zusammenhang mit dieser Abspaltung von traumatischen Erlebnissen wird auch die absolute Trennung in „gut“ und „böse“ verständlich, die natürlich im alltäglichen Leben zu Problemen führt. Für kleine Kinder ist diese Trennung oft der einzige Schutz, um unerträgliche Situationen zu überleben. Aber: Nicht immer sind körperliche Gewalt oder sexueller Missbrauch die Ursache. Auch emotionale Vernachlässigung in früher Kindheit kann zur Entwicklung einer Borderline-Störung führen.

Zurück auf den Teppich:

Therapie der Borderline-Störung

Eine Borderline-Störung lässt sich kaum allein mit Medikamenten behandeln, geschweige denn heilen.
Zur Linderung von unangenehmen Symptomen können aber – je nach Ausprägung – Lithiumpräparate (zur Dämpfung der Stimmungsschwankungen), Antidepressiva (zur Linderung der Depressionen) oder gering dosierte Neuroleptika (= Antipsychotika; um psychotische Symptome aufzufangen) verschrieben werden. Um das Übel bei der Wurzel zu packen, lässt sich eine Psychotherapie nicht umgehen. Am erfolgreichsten haben sich Verhaltens-, Sozial- und Gruppentherapien erwiesen. Ziel dieser Therapien ist ein schrittweises Erlernen von angemessenem Sozialverhalten als Ersatz für gestörtes Verhalten. Hilfreich im Umgang mit Borderline-Persönlichkeiten ist – sowohl für Therapeuten als auch für Bezugspersonen aus dem sozialen Umfeld – die so genannte SET-Kommunikation: Support (Unterstützung), Empathy (Mitgefühl) und Truth (Wahrheit). Eine völlige Heilung der Borderline-Störung ist aber dennoch eher unwahrscheinlich. Immerhin: Bei zehn Prozent der Betroffenen geht die Störung im Laufe der Zeit so weit zurück, dass die Diagnose Borderline nicht mehr zutrifft. Von Bedeutung ist dabei auch das gesellschaftliche Umfeld und ein ausreichendes Maß an Unterstützung, Struktur und klaren Grenzen. (Quelle: www.almeda.de)

 

Meine Weihnachtsgeschichte – schlimmer geht immer

Im letzten Jahr bekam ich von der Krankenkasse am 23. Dezember 2016 einen Bescheid, dass ich ab dem 1. Januar nicht mehr versichert wäre und auch keine Rente mehr beziehen würde. Frohe Weihnachten Markus …

Bis Mai 2017 stand ich somit ohne Einkommen und unversichert da!

Das Jahr und die wideren Umstände habe ich gemeistert, doch jetzt ist wieder Weihnachten, das Fest der Liebe. In diesem Jahr hat Volkswagen, VW, ein schönes Geschenk für mich. Durch den Betrug von VW mit der manipulierten Software bei Dieselfahrzeugen, bekomme ich meinen Nissan Qashqai +2 2.0 DCI seit über einem Jahr nicht verkauft, der Markt für Diesel Fahrzeuge ist tot. Bis jetzt habe ich durch Preisssenkung mehr als 5.000 € verloren. Nun stehe ich mit dem Rücken an der Wand, mal wieder. Das Auto muss weg! Ich biete nun meinen Nissan Qashqai +2 2.0 Diesel (05/2011 99.000 km) für 11.800 € an und hoffe, dass ich das Fahrzeug nun verkauft bekomme um offene Rechnungen begleichen zu können, meinem Sohn eine Freude machen und das ich nicht jeden Cent zweimal umdrehen muss.

 

Es ist mal wieder fünf vor Zwölf bei mir und das an Weihnachten. Ich werde ihn einfach nicht los. Den „Roten Faden“.

Bitte, bitte. Wenn jemand einen kennt, der ein sehr gepflegtes und schönes Auto kaufen möchte, außer Leder und Allrad (Tekna Ausstattung) hat dieses Fahrzeug alles.

Vielen Dank und eine schöne Zeit

Picasso & Markus

Wenn niemand mitbekommt, dass man sterben möchte

Es gibt Tage, an denen mich die Flut an Gedanken, Backflashs und Triggern aller Sinne, die mich in die Vergangenheit beamen, verfolgen. Das sind die Tage, die mich echt fertigmachen. Endlich Frieden im Kopf, kein Fortlaufen mehr, ankommen und Ruhe … –  einfach sterben!

Ich hab da diese Vision der „Klara-Feldhoff-Stiftung.“ Ich kann sie nur gründen, wenn Kapital fließt. Mein Nachlass wird das schaffen :zwinkern: Oft frage ich mich, was nach meiner Tour41 kommt -Stillstand? Bloß nicht! Das geht bei mir nicht! Die Tour ist meine Überlebensstrategie! Freundschaften und Familien zerbrechen oder wachsen an der Last eines einzigen Täters, bei mir waren es drei und bei meinem blöden Bordeliner zerbricht natürlich alles. Nein, nicht alles, aber gerade die Familien leiden darunter. Die Angehörigen und Freunde, wie sollen sie es ertragen, wenn ich es nicht mal kann. Jeden Tag neu den Hintern hochkriegen, ohne Partner, ohne Familie. Es geht eine Zeit gut, dann explodiert es in mir.

Wie soll es auch gehen? Mein Bruder und meine Schwägerin waren bei meiner Therapeutin, bevor ich meine Geschwister nach 25 Jahren das erste Mal wiedergesehen habe. Meine Therapeutin hat ihnen erklärt, worauf sie achten sollen, wenn wir uns treffen und hat sie über meine Traumata informiert. Dennoch kam ich eines Morgens nach dem Zähneputzen in die Küche meines Bruders, meine Schwägerin machte sich lustig darüber, dass ich Zahnpasta am Mundwinkel hatte und meinte ich solle mir das Sperma vom Mund wischen, oder so ähnlich. Prompt war ich in der Vergangenheit, Filme, Ekel und …

Ich mache ihnen keinen Vorwurf. Das Problem ist, dass meine Geschwister und mich fast nur schlechte Erlebnisse verbinden. Ich habe auf alles Bilder oder einen Film. Das ist unerträglich. Mein Spitzname war früher Coco. Nachdem ich nach den Missbräuchen im Elternhaus in die Hosen gemacht habe vor Angst, änderte er sich in Kaka. Wie kann also ein Zusammenleben funktionieren? Es geht nicht, niemals. Meine Alternative?! Tour41, dead or alive, when alive – where …? Ich brauche den Druck. Ich habe Angst, was wird, wenn er nicht mehr da ist? Ich weiß, dass meine Geschwister unterschiedlich mit meinem Missbrauch umgehen. Der eine macht sich Vorwürfe, die andere ist einfach sprachlos. Ich mache keinem meiner Geschwister Vorwürfe. Ich hatte, bis ich fünf war, eine traumhafte, beschützte Kindheit dank meiner älteren Geschwister, außer dem Vater meiner Brüder.

So sah mein heutiger Tag aus, up & down

Grüße

Markus

Unsere neuen Flyer

Als mein Trauma ausbrach, stand ich im Regen. Niemand konnte mir sagen, wie und wo ich Hilfe finden kann. Es gibt unzählige Seiten im Internet wovon viele seit Jahren nicht mehr gepflegt werden. Deshalb mussten wir handeln und die so wichtigen Informationen zusammenfassen. Wenn das Trauma ausbricht, steht die Welt Kopf. Viele öffentliche Stellen haben nicht die notwendigen Hilfestellen auf dem Schirm. Wir möchten Ihnen helfen, die Welt ein Stück weit erträglicher zu machen und neue Perspektiven zu schaffen.

Unter www.tour41.net/Download finden Sie die aktuellen Flyer des Tour41 e.V.  Wir haben uns entschieden, einen Flyer für Interessierte und einen für Betroffene zu gestalten, um gezielt zu informieren.

Der Flyer für Interessierte:
Hier finden Sie alle Informationen zu Statistiken, zur derzeitigen Rechtslage sowie unsere aktuellen Projekte und  langfristigen Ziele für die Zukunft.

Der Flyer für Betroffene:
Hier finden Sie die wichtigsten Angaben zu Hilfetelefon, Hilfsangeboten und viele weitere nützliche Informationen.