Der Tour41 e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich auf verschiedenen Ebenen gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen und für Betroffene einsetzt.

Die Zahl 41 steht für täglich 41 angezeigte Fälle von Kindesmissbrauch in Deutschland. Studien zufolge kommt nur etwa jeder 20. Fall zur Anzeige (Hellfeld). Das sogenannte „Dunkelfeld“ ist also enorm groß.

Wir machen uns mit Aktionen und Kampagnen für gesellschaftliche Veränderungen stark, damit Erwachsene Verantwortung übernehmen und der Schutz der Kinder gelebter Alltag wird.

Wir tragen dazu bei, das Thema sexualisierte Gewalt an Kindern zu enttabuisieren, indem wir über die Formen und Folgen informieren und aufklären.

Wir solidarisieren uns mit Betroffenen von sexualisierter Gewalt in der Kindheit und Jugend, setzen uns für ihre Rechte ein und geben ihnen eine Stimme.

Mittlerweile hat sich der Tour41 e.V. zu einer unabhängigen Anlauf- und Beratungsstelle für erwachsene Menschen mit dem Kindheitstrauma Missbrauch, Bezugspersonen und Fachkräfte entwickelt. Ein niederschwelliges Angebot mit Brückenfunktion, derzeit unterhalb der Ebene zur Fachberatung.

Die Grundlage unseres Handelns ist ein ganzheitlicher Ansatz, der sich in drei sich ergänzende Säulen gliedert:

  • Aktionsbündnis – Öffentlichkeitsarbeit, Vernetzung
  • Prävention – Sensibilisierung, Präventionscoaching, Schutzkonzepte
  • Hilfe zur Selbsthilfe – Austausch, Beratung, Unterstützung

Entstehungsgeschichte (Kurzfassung)

Zunächst starteten wir als politische Initiative zur Abschaffung der Verjährungsfrist bei sexuellem Kindesmissbrauch. Unser Initiator Markus Diegmann begann seine Tour41 durch Deutschlands Städte im Jahr 2016. Dabei hatte er es sich zum Ziel gesetzt, 1.000.000 Unterschriften gegen das Verjähren von Kindesmissbrauch zu sammeln.

2017 beschloss er gemeinsam mit Michaela Goldau und Steffi Lachmann die Gründung des Tour41 e.V.

Durch die Sichtbarkeit auf Deutschlands Straßen, in vielen Städten, die Unterschriftensammlung, die Präsenz in den sozialen Netzwerken sowie die Berichterstattung in Presse und Medien ergaben sich vielfältige Kontakte mit Betroffenen, Bezugspersonen, Angehörigen, Fachkräften etc.

Schnell wurde klar, dass es um viel mehr geht, als die Abschaffung der Verjährung.

Es gibt einen großen Bedarf an Information, Beratung, Begleitung, Austausch und Hilfe. Die Hürden der bestehenden Unterstützungsangebote sind für viele hoch. Da ist es enorm hilfreich, Menschen mit gleichen oder ähnlichen Kindheitstraumata zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen. Wir bieten u. a. dafür den Schutzraum.

Die Aufgaben haben uns sozusagen gefunden und wir haben die Herausforderung angenommen!

Unserem Verein gehören bundesweit von sexualisierter Gewalt in der Kindheit betroffene Menschen und Fachpersonen, sekundär Betroffene sowie nicht betroffene Menschen und Fachpersonen an.

Die meisten Mitglieder sind passive Mitglieder, die uns durch Zahlung ihres Mitgliedsbeitrags unterstützen.

Ein kleiner Kreis von Mitgliedern unterstützt aktiv und einige Mitglieder stehen uns beratend zur Seite.

Menschen, die unseren Rat oder Hilfe suchen, erhalten diese kostenfrei und ohne Mitgliedschaft. In Härtefällen übernehmen wir die Fahrtkosten zum Beratungsgespräch oder zum Gruppenaustausch.

Die Menschen, die mit uns in Kontakt treten, sind ganz unterschiedlich mit dem Thema sexualisierte Gewalt konfrontiert. Sie sind Betroffene mit dem Kindheitstrauma Missbrauch, Eltern, Bezugspersonen oder Fachkräfte.

Die meisten Betroffenen gehören nicht zum Hellfeld. D. h. sie sind nie in der Polizeilichen Kriminalstatistik PKS in Erscheinung getreten. Das sogenannte Hellfeld beschreibt die Zahl der angezeigten Fälle. Nur etwa jeder 20. Fall wird zur Anzeige gebracht. Das Dunkelfeld ist entsprechend größer. Auch die Hürde, Rat und Hilfe bei einer professionellen Fachberatung zu suchen, liegt für viele Betroffene hoch. Somit füllen wir mit unserer Arbeit eine Lücke. Wir beraten und begleiten bedarfsorientiert und zeigen weitere Hilfsmöglichkeiten auf.

Auch Sie kennen Betroffene von sexualisierter Gewalt. Sie könnten Ihre Nachbarinnen und Nachbarn, Freunde und Freundinnen oder Kolleginnen und Kollegen oder sogar eine Verwandte oder ein Verwandter sein. Auch Fachpersonen.

Betroffene Fachpersonen geben sich selten als Betroffene zu erkennen, da sie leider zurecht befürchten müssen, dass man ihnen ihre Fachlichkeit abspricht und sie in die Opferrolle drängt.

Sind Sie auch der weit verbreiteten Ansicht, Betroffenheit und Emotionalität hätten mit Fachlichkeit nichts gemein?

Hier lohnen sich differenzierte Betrachtungsweisen. Viele Organisationen und Institutionen sind historisch gesehen zunächst aus einer persönlichen oder gesellschaftlichen Betroffenheit gewachsen. Dabei spielten Empathie und Emotionalität natürlich eine entscheidende Rolle. Aus dem Bedürfnis heraus, dem Bedarf immer besser zu entsprechen etablierten sich fachliche Standards, die sich im Sinne der immer lernenden Organisation stetig weiterentwickeln.

Unser Konzept

Übergabe von mehr als 446.000 Unterschriften zur Abschaffung der Verjährungsfrist bei sexuellem Kindesmissbrauch am 29.06.2020 an Bundesjustizministerin Frau Christine Lambrecht

Mit Ihrer Unterstützung können wir …


• Kinder vor sexualisierter Gewalt schützen
• Betroffenen eine Stimme und Raum zum Austausch geben
• Menschen für das Thema sensibilisieren
• Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen
• Kampagnen initiieren

Unsere Arbeit basiert überwiegend auf ehrenamtlichem Engagement.

Spenden und Mitgliedsbeiträge ermöglichen uns einen Teil der entstehenden Kosten zu decken.

Transparenz

Wir stehen für Transparenz und Kontinuität. Daher veröffentlichen wir unsere Jahresberichte regelmäßig unter https://tour41.net/transparenz/ .

Was wir uns wünschen

  • Den Erhalt unserer Räume als SchutzRAUM und Workspace, um vertrauliche Gespräche mit Betroffenen in einem geschützten Rahmen führen zu können sowie zur Durchführung von Selbsthilfegruppentreffen, Informationsveranstaltungen und Workshops für Eltern, Bezugspersonen und Fachkräfte.
  • Die Möglichkeit, das Ehrenamt zum Hauptamt zu machen bzw. 2-3 hauptamtliche Mitarbeiter zu beschäftigen.
  • Langfristig ein Akuthilfeangebot aufzubauen.
  • Weiterhin die Kraft & Energie etwas zu verändern und zu helfen 🙂

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Herzlichen Dank!

Ihr/Euer Tour41-Team