#MeToo, Times up und die Tour41

Warum ist es so schwer, die 41 angezeigten Fälle von schwerem sexuellen Kindesmissbrauch pro Tag als Thema gesellschaftsfähig zu machen, wo doch #MeToo und Times Up so populär sind? Haben es die Kinder nicht verdient? Haben es die Überlebenden, Opfer und Angehörigen nicht genauso verdient durch alle Medien vertreten zu werden? Wer gibt den Kindern seine Stimme, wer steht für sie ein?

Mich stimmt es traurig, dass Prominente so viel Aufmerksamkeit bekommen und kaum einer an die Kinder und die erwachsen gewordenen Opfer denkt. Jeden Tag erreichen mich Nachrichten von Betroffenen. Menschen outen sich bei mir, wenn ich meine Geschichte erzähle oder wenn ich Unterschriften sammle. #JaIchbin ist ein Hashtag für alle Betroffenen, alle Überlebenden, alle Opfer und Angehörigen.

Der Begriff „Überlebender“ beschreibt genau den Zustand, in dem sich ein sexuell missbrauchtes Kind, das erwachsen geworden ist, befindet.

Überlebende sind unglücklich, weil sie intuitiv wissen, dass sie sich bloß über Wasser halten, statt ihre Möglichkeiten für ein zufriedenes und lohnendes Dasein auszuschöpfen. Glück und Erfüllung sind unmöglich, wenn der Körper und Geist darauf gedrillt sind, im Alarmzustand zu verharren.

Solange wir alle die Gesellschaft nicht erreichen und darauf aufmerksam machen, dass wir so viele Betroffene sind und genau so viel Öffentlichkeit und prominente Unterstützung brauchen wie #MeToo und Times up, wird sich nichts ändern. Das Schweigen könnte mit einer Welle wie bei MeToo oder Times up endlich gebrochen werden.

Die Tour41 ist noch lange nicht am Ende. Steh mit uns auf, erhebe deine Stimme, auch wenn du nicht betroffen bist.

Herzlichen Dank

Picasso & Markus

3 Gedanken zu „#MeToo, Times up und die Tour41“

  1. Warum werden keine Unterschriften online gesammelt? Ich habe absolut keine Möglichkeit eine Unterschriftenliste zusamenzukommen. Es würden soviel mehr Unterschriften zusammen kommen.

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