Prävention

Prävention durch Information und Aufklärung als Chance für Handlungskompetenz und Intervention

Schule als der ideale Ort der Prävention von sexualisierter Gewalt

Am 19. September 2016 startete in Nordrhein-Westfalen die bundesweite Initiative
„Schule gegen sexuelle Gewalt“ des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Herrn Rörig. Weitere Bundesländer sollen bis Ende 2018 folgen.

Ziel ist es, die Schulen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen, die von sexueller Gewalt betroffen sind, fachlich zu unterstützen und zu ermutigen, eigene Konzepte zum Schutz vor sexueller Gewalt zu entwickeln, denn statistisch gesehen sitzen in jeder Schulklasse mindestens 1 – 2 Kinder, die betroffen sind. Dies soll dazu beitragen, die Unsicherheit von Schulleitungen, Lehrkräften und anderen schulischen Beschäftigten beim Umgang mit dem Thema sexuelle Gewalt abzubauen.

Schulen sind angehalten, ähnlich wie in Einrichtungen und Institutionen in den letzten Jahren geschehen, Risikoanalysen durchzuführen und Schutzkonzepte zu entwickeln. Das ist leichter gesagt als getan; denn Schulen haben viele „Baustellen“ und die alltäglichen Anforderungen sind hoch.

Mit Hilfe von zahlreichen zur Verfügung gestellten Materialen und Handlungsempfehlungen
soll es gelingen, in Sachen Prävention tätig zu werden, Konzepte zu entwickeln und zum festen Bestandteil der täglichen Arbeit werden zu lassen. Wir haben in den letzten Monaten einiges an Material gesichtet und möchten hier eine kleine Hilfestellung geben.

Alles rund um Schutzkonzepte und ihre Bestandteile findet sich hier.
Insbesondere aber möchten wir auf die Materialien der BZgA, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, zur „Trau Dich“-Initiative hinweisen. Diese können von Schulen kostenlos bestellt und/oder als pdf heruntergeladen werden (der Link zur entsprechenden pdf-Datei ist unter der Abbildung hinterlegt).

Für Lehrer und alle die beruflich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten eignet sich besonders diese Broschüre:

Abbildung Respekt! Schulen als ideale Orte der Prävention von sexualisierter Gewalt - Eine Handreichung für die Schule
Respekt! Schulen als ideale Orte der Prävention von sexualisierter Gewalt – Eine Handreichung für die Schule

Diese Handreichung für Lehrkräfte und alle im schulischen Bereich pädagogisch Tätige enthält 13 Beiträge bekannter Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis. Verständlich und praxisnah greifen sie das auf, was für die Schule relevant ist: das Ausmaß sexualisierter Gewalt, die Folgen für die Kinder, die Strategien der Täter, die erforderlichen Handlungsschritte, wenn sich ein Kind/eine Jugendliche anvertraut und die Bedeutung eines offenen, respektvollen und grenzachtenden Umgangs.

Titelseite der Broschüre: Trau dich! Ein Ratgeber für Eltern
Trau dich! Ein Ratgeber für Eltern

 

Diese Broschüre richtet sich an Väter und Mütter bzw. Erziehungsberechtigte. Sie enthält Informationen zur psychosexuellen Entwicklung von Kindern, zu sexuellen Übergriffen, Grenzverletzungen und sexualisierter Gewalt sowie zu den Grundbotschaften der Prävention. Der Elternratgeber unterstützt Eltern dabei, wie sie Kinder schützen und stärken und wie sie mit ihnen über ihre Rechte, über Grenzen und Grenzüberschreitungen sprechen können.

Für Mädchen und Jungen von 8 – 12 Jahren gibt es ebenfalls gut geeignete Broschüren. Sucht man nach Material für ältere Schüler, so kann man diese evtl. auch als Vorlage nutzen und in Formulierung und Gestaltung den Jugendlichen anpassen (vlt. mit den Schülern gemeinsam entwickeln?).

Titelseite der Broschüre: Trau dich! Du kannst darüber reden!
Trau Dich! Du kannst darüber reden!

Was ist zu tun, wenn jemand einem zu nahe kommt? Welche Rechte haben Kinder? Was tun bei Grenzverletzungen? Wem kann man blöde Geheimnisse erzählen? Wo kann man Hilfe finden?
Diese Broschüre gibt Tipps und informiert, welche Rechte Kinder in Bezug auf sexuellen Missbrauch haben, und wie sie mit ihren Gefühlen umgehen können, wenn ihnen jemand zu nahe kommt.

Titelseite der Broschüre: Trau dich! Du bist stark! Alles, was du über sexuellen Missbrauch wissen musst. Für Jungen
Trau dich! Du bist stark! Jungenbroschüre

Was ist zu tun, wenn jemand einem zu nahe kommt? Welche Rechte haben Jungen? Was tun bei Grenzverletzungen? Wem kann man blöde Geheimnisse erzählen? Wo kann man Hilfe finden?
Diese Broschüre gibt Jungen Tipps und informiert sie auf spielerische Weise über ihre Rechte. Sie bestärkt sie darin, über ihren Körper selbst zu bestimmen, ihren Gefühlen zu vertrauen und sich bei Kummer Hilfe zu holen.

Titelseite der Broschüre: Trau dich! Du bist stark! Alles, was du über sexuellen Missbrauch wissen musst. Für Mädchen.
Trau dich! Du bist stark! Mädchenbroschüre

Was ist zu tun, wenn jemand einem zu nahe kommt? Welche Rechte haben Mädchen? Was tun bei Grenzverletzungen? Wem kann man blöde Geheimnisse erzählen? Wo kann man Hilfe finden?
Diese Broschüre gibt Mädchen Tipps und informiert sie auf spielerische Weise über ihre Rechte. Sie bestärkt sie darin, über ihren Körper selbst zu bestimmen, ihren Gefühlen zu vertrauen und sich bei Kummer Hilfe zu holen.

Darüberhinaus ist noch vieles mehr im Angebot. U. a. gibt es ein Theaterstück mit passendem Arbeitsmaterial. Verschaffen Sie sich hier einen Überblick.

Auch von anderen Vereinen, Beratungsstellen und Organisationen gibt es hilfreiche Instrumente für Präventionsarbeit. Wir arbeiten nach Durchsicht des Materials gerade an einer Auflistung der entsprechenden Stellen, die wir demnächst an dieser Stelle ergänzen werden.

Es ist angeraten, zunächst eine/n Projektgruppe/Steuerungsgruppe/Arbeitskreis aus dem Kollegium zu bilden, die/der sich das Thema „auf die Fahne“ schreibt und intensiv geschult wird. Die Teilnehmer würden somit als Multiplikatoren und Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Fachberatungsstellen in der Nähe bieten hier häufig adäquate Hilfe in Form von Beratung zu Schutzkonzepten und Fortbildungen an. Bitte beachten Sie hierzu auch unser untenstehendes Angebot der Mitwirkung.

Bei Fragen oder Anregungen können Sie uns unter praevention@tour41.net gerne kontaktieren.

Einrichtungen, Schulen und Institutionen als Schnittstellen für Intervention

Basiswissen über sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen bildet für alle schulischen und
institutionell Beschäftigten sowie zahlreiche Berufsgruppen die Handlungsgrundlage.

Fortbildungen sind ein Baustein von Schutzkonzepten und tragen zur Sensibilisierung bei, schaffen, regelmäßig durchgeführt, Handlungssicherheit zur Intervention und sind der richtige Ort, um Verunsicherungen und Fragen anzusprechen und faktisch aufzuklären. Es gibt eine Vielzahl an Fortbildungsveranstaltungen, die sich inhaltlich und qualitativ unterscheiden können.

Auch für Berufsgruppen, die sich mit dem Thema Kindesmissbrauch konfrontiert sehen, ist Grundlagenwissen unabdingbar. Hier könnte man bereits in Studium und Ausbildung ein wichtiges Fundament schaffen.

Die Einbindung einer betroffenen Person in Fortbildungen, Vorlesungen, Informations- und Präventionsveranstaltungen u.v.m.,  ermöglicht den Teilnehmenden zum einen eine vertiefende Erfahrung durch den Perspektivwechsel, zum anderen wird das Erlernte mit diesem realen Anteil viel intensiver abgespeichert, als wenn nur theoretische Fakten vermittelt werden.

Es gibt nicht viele Betroffene, die in der Lage sind, ihre traumatischen Erlebnisse öffentlich zu schildern. Bei Markus Diegmann gehört diese Belastung zu seiner Überlebensstrategie. Immer unter Spannung zu sein und bis an die Grenze des für ihn Möglichen zu gehen ist für ihn alltäglich. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Gesellschaft wachzurütteln, zu sensibilisieren; damit sich endlich in der Wahrnehmung der Menschen und für die betroffenen Kinder und erwachsen gewordenen Überlebenden etwas verändert; Politik und institutionell Verantwortliche endlich verantwortungsvoll entscheiden und handeln.

Der „Erfinder“ der Tour41 stellt sich als selbst Betroffener sexuellen Missbrauchs in der Kindheit zur
Verfügung, Ihre Veranstaltung (Fortbildung, Präventionsveranstaltung, Vorlesung,
Infoveranstaltung, Elternabend, u. v. m.) durch Schilderung seiner eigenen Erfahrungen zu
bereichern. Er kann zu einigen Punkten Stellung beziehen, über Trauma und
Traumafolgestörungen aufklären und Fragen aus Sicht eines Betroffenen beantworten.

Zielgruppen können z. B. sein:

➢ Universitäten und Fachhochschulen (z. B. für die Studiengänge Psychologie, Lehramt, Medizin,
Soziale Arbeit, Jura)
➢ Berufsschulen Fachrichtung Soziales und Gesundheit
➢ Öffentliche Einrichtungen der Kinder, -Jugend und Behindertenhilfe
➢ Schulen und Kindergärten
➢ Berufsgruppen, die mit dem Thema oft in Berührung kommen; wie Polizisten, Richter, Anwälte,
Mitarbeiter der Jugendämter, alle pädagogisch und medizinisch Beschäftigten, u. v. m.

Das stellen wir uns als Entlohnung vor

Wir sind natürlich daran interessiert, so viele Unterschriften wie möglich für eines unserer kurzfristigen Ziele, die Sammlung von 1.000.000 Unterschriften zur Abschaffung der Verjährungsfrist bei sexuellem Kindesmissbrauch, zu erhalten. Dazu würden wir gerne eine Unterschriftenliste auslegen oder herumgehen lassen.

Ansonsten bitten wir um eine Aufwandsentschädigung in Höhe der entstandenen Fahrtkosten und eine Spende an unseren Verein für eines unserer langfristigen Ziele: Akuthilfe und Begleitung für Betroffene bis sie adäquate Hilfestellen gefunden haben.

Nähere Informationen und Terminanfragen: gastdozent@tour41.net

Kurzbiographie Markus Diegmann

Prävention und Angebot Gastdozent als Download