Prävention

Demonstration am 28.09.2018  und am 25.05.2019 in Freiburg:
Tour41 e.V. gemeinsam mit der Initiative des Freiburger Gymnasiallehrers Benni Ottstadt,
Aktiv gegen sexuellen Missbrauch an Kindern  //

Nächste Veranstaltung der Initiaitve: Infomarkt am 05.10.2019 :)!
Eine der Forderungen: Prävention! Sofort!

Zitat des “Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs” Herrn Rörig:

Sexuelle Gewalt gehört zum Grundrisiko einer Kindheit in Deutschland. Tausenden Mädchen und Jungen wird in Deutschland durch sexuelle Gewalt größtes Leid zugefügt – Tag und Nacht, mit schweren und schwersten Folgen, unter denen sie oft ein Leben lang leiden. Ich frage mich schon, in was für einer Gesellschaft wir leben, die ohne großen Aufschrei Jahr für Jahr hinnimmt, dass mehr als 12.000 Ermittlungs- und Strafverfahren wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen durchgeführt werden. Und wir wissen, das Dunkelfeld ist um ein Vielfaches größer. Neueste Studien sprechen davon, dass rund jeder Siebte in Deutschland von sexueller Gewalt in der Kindheit betroffen ist. Aktuell müssen wir davon ausgehen, dass in jeder Schulklasse mindestens ein bis zwei Kinder sind, die Missbrauch erleiden oder erlitten haben.”

“Prävention sexueller Gewalt gegen Kinder & Jugendliche ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe!”

 

Zitat des Tour41 e.V.:

Wir müssen raus aus dem Tabu, ganz nach dem Motto „Wissen hilft schützen“. Es geht nicht darum, ein Klima des Misstrauens zu schaffen; ganz im Gegenteil. Ein offener Umgang mit dem Thema Missbrauch durch Information und Aufklärung beseitigt Unsicherheiten, setzt den Tätern Grenzen und eröffnet Räume für Betroffene, ihr Schweigen zu brechen.

Im September 2019 startet ein großartiger Film, der auch im Rahmen der Schulkinowochen vom 23.01.2020 – 05.02.2020 gezeigt wird. Ausgezeichnet auf der Berlinale zeigt “Gelobt sei Gott” die Dynamiken sexueller Gewalt gegen Kinder. Auch wenn es hier um den Tatort Kirche geht, so kann man die dargestellten komplexen Verläufe durchaus auf die gesamtgesellschaftliche Ebene übertragen.

Vorsicht: Triggerwarnung für Betroffene!

Pädagogisches Begleitmaterial zum Film

Prävention sexueller Gewalt gegen Kinder & Jugendliche gehört in sämtliche Bereiche der Gesellschaft. Wir alle sind gefragt, uns umfassend zu informieren und das Tabu zu brechen.

Erste Ergebnisse zum Pilotprojekt “Präventionscoaching” werden wir demnächst an dieser Stelle präsentieren.

Ausschnitt aus der Tagesschau vom 04.09.2019 :
Verpflichtende Schutzkonzepte für Schulen sind gefordert –
nur 13 % der Schulen haben bisher ein Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt


Choice – Voice – Exit

Prävention durch Information und Aufklärung als Chance für Handlungskompetenz und Intervention

Schule als der ideale Ort der Prävention von sexualisierter Gewalt

Am 19. September 2016 startete in Nordrhein-Westfalen die bundesweite Initiative
„Schule gegen sexuelle Gewalt“ des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Herrn Rörig. Weitere Bundesländer folgten bis Ende 2018.

Ziel ist es, die Schulen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen, die von sexueller Gewalt betroffen sind, fachlich zu unterstützen und zu ermutigen, eigene Konzepte zum Schutz vor sexueller Gewalt zu entwickeln, denn statistisch gesehen sitzen in jeder Schulklasse mindestens 1 – 2 Kinder, die betroffen sind. Dies soll dazu beitragen, die Unsicherheit von Schulleitungen, Lehrkräften und anderen schulischen Beschäftigten beim Umgang mit dem Thema sexuelle Gewalt abzubauen.

Schulen sind angehalten, ähnlich wie in Einrichtungen und Institutionen in den letzten Jahren geschehen, Risikoanalysen durchzuführen und Schutzkonzepte zu entwickeln. Das ist leichter gesagt als getan; denn Schulen haben viele “Baustellen” und die alltäglichen Anforderungen sind hoch.

Mit Hilfe von zahlreichen zur Verfügung gestellten Materialen und Handlungsempfehlungen soll es gelingen, in Sachen Prävention tätig zu werden, Konzepte zu entwickeln und zum festen Bestandteil der täglichen Arbeit werden zu lassen. Wir haben in den letzten Monaten einiges an Material gesichtet und möchten hier eine kleine Hilfestellung geben.

Alles rund um Schutzkonzepte und ihre Bestandteile findet sich hier.
Insbesondere aber möchten wir auf die Materialien der BZgA, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, zur “Trau Dich”-Initiative hinweisen. Diese können von Schulen kostenlos bestellt und/oder als pdf heruntergeladen werden (der Link zur entsprechenden pdf-Datei ist unter der jeweiligen Abbildung hinterlegt).

Für Lehrer und alle die beruflich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten oder einfach nur fachlich interessiert sind, eignet sich besonders diese Broschüre:

Respekt! Schulen als ideale Orte der Prävention von sexualisierter Gewalt – Eine Handreichung für die Schule

Beschreibung des Herausgebers:
Diese Handreichung für Lehrkräfte und alle pädagogisch Tätige enthält 13 Beiträge bekannter Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis. Verständlich und praxisnah greifen sie das auf, was relevant ist: das Ausmaß sexualisierter Gewalt, die Folgen für die Kinder, die Strategien der Täter, die erforderlichen Handlungsschritte, wenn sich ein Kind/eine Jugendliche anvertraut und die Bedeutung eines offenen, respektvollen und grenzachtenden Umgangs.

Trau Dich! Elternratgeber

Beschreibung des Herausgebers:
Diese Broschüre richtet sich an Väter und Mütter bzw. Erziehungsberechtigte. Sie enthält Informationen zur psychosexuellen Entwicklung von Kindern, zu sexuellen Übergriffen, Grenzverletzungen und sexualisierter Gewalt sowie zu den Grundbotschaften der Prävention. Der Elternratgeber unterstützt Eltern dabei, wie sie Kinder schützen und stärken und wie sie mit ihnen über ihre Rechte, über Grenzen und Grenzüberschreitungen sprechen können.

Für Mädchen und Jungen von 8 – 12 Jahren gibt es ebenfalls gut geeignete Broschüren. Sucht man nach Material für ältere Schüler, so kann man diese evtl. auch als Vorlage nutzen und in Formulierung und Gestaltung den Jugendlichen anpassen (vlt. mit den Schülern gemeinsam entwickeln?).

Trau Dich – Du kannst darüber reden!

Trau Dich! Du kannst darüber reden! Mädchenbroschüre

Trau Dich! Du kannst darüber reden! Jungenbroschüre

Beschreibung des Herausgebers:
Was ist zu tun, wenn jemand einem zu nahe kommt? Welche Rechte haben Mädchen und Jungen? Was tun bei Grenzverletzungen? Wem kann man blöde Geheimnisse erzählen? Wo kann man Hilfe finden?
Diese Broschüren geben Tipps und informieren sie auf spielerische Weise über ihre Rechte. Sie bestärken sie darin, über ihren Körper selbst zu bestimmen, ihren Gefühlen zu vertrauen und sich bei Kummer Hilfe zu holen.

Darüberhinaus ist noch vieles mehr im Angebot. U. a. gibt es ein Theaterstück mit passendem Arbeitsmaterial. Verschaffen Sie sich hier einen Überblick.

Auch von anderen Vereinen, Beratungsstellen und Organisationen gibt es hilfreiche Instrumente für Präventionsarbeit. Wir arbeiten nach Durchsicht des Materials gerade an einer Auflistung der entsprechenden Angebote, die wir demnächst an dieser Stelle ergänzen werden. Ein neues Webportal mit vielen hilfreichen Links und Arbeitsmaterialien zum Schutz vor sexueller Gewalt mittels digitaler Medien wurde vom UBSKM jüngst ins Lebens gerufen => Wissen-hilft-schützen!

Ein Konzept für den Bereich Schule, zur nachhaltigen und niederschwelligen Implementierung eines schuleigenen Präventionsangebots zur Sicherstellung und Erleichterung von Ansprechbarkeit und Vermittlung von Hilfsangeboten im Bedarfsfall ist am 26.01.2019 erfolgreich gestartet => hier mehr dazu . Wir werden beizeiten darüber berichten und die Ergebnisse an dieser Stelle veröffentlichen (ca. ab Sommer 2019).

Präventionsangebote sind nie ein fertiges Konzept! Es gbit immer viele Komponenten, die zusammengefügt werden sollten, um am Ende einen auf die Schule und ihre Schüler*innen zugeschnittenen und geeigneten Schutzrahmen zu bilden. Dies setzt immer die Bereitschaft und das Engagement Einzelner voraus, sich über das normale Maß hinaus mit dem Thema Kindesmissbrauch zu beschäftigen.

Es ist angeraten, zunächst einen Arbeitskreis aus dem Kollegium zu bilden, der sich das Thema “auf die Fahne” schreibt und intensiv geschult wird. Die Teilnehmer würden somit als Multiplikatoren und Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Fachberatungsstellen in der Nähe bieten hier häufig adäquate Hilfe in Form von Beratung zu Schutzkonzepten und Fortbildungen an. Leider gibt es aber derzeit noch zu wenige Angebote in diese Richtung.

Eine sehr gute Alternative bzw. zusätzliche Möglichkeit der Fortbildung sind die E-Learning-Kurse, die unter Leitung von Prof. Jörg M. Fegert entwickelt wurden. Prof. Dr. Fegert ist Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm. Die Kurse sind zertifiziert und werden als Fortbildung anerkannt. Es gbit je einen E-Learning-Kurs zum Thema Schutzkonzepte, Leitungswissen Kinderschutz, Traumapädagogik und Traumatherapie. Die Kurse bieten eine gute Möglichkeit, sich zeitlich flexibel, fundiert und bezogen auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisstand fortzubilden => Flyer Verbundprojekt ECQAT

Professor Fegert ist u. a. Mitglied des Fachbeirats des Unabhängigen Beauftragen zu Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Herrn Rörig und hat für den UBSKM die landesweite Studie zum Thema geleitet.

Ein sehr guter empfehlenswerter Vortrag von Prof. Dr. Fegert ist auf YouTube zu sehen und zu hören ==>> Vortrag Prof. Dr. Fegert

Bei Fragen oder Anregungen können Sie uns unter [email protected] gerne kontaktieren.

Einrichtungen, Schulen und Institutionen als Schnittstellen für Intervention

Basiswissen über sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen bildet für alle schulischen und institutionell Beschäftigten sowie zahlreiche Berufsgruppen die Handlungsgrundlage.

Fortbildungen sind ein Baustein von Schutzkonzepten und tragen zur Sensibilisierung bei, schaffen, regelmäßig durchgeführt, Handlungssicherheit zur Intervention und sind der richtige Ort, um Verunsicherungen und Fragen anzusprechen und faktisch aufzuklären. Es gibt eine Vielzahl an Fortbildungsveranstaltungen, die sich inhaltlich und qualitativ unterscheiden können.

Auch für Berufsgruppen, die sich mit dem Thema Kindesmissbrauch konfrontiert sehen, ist Grundlagenwissen unabdingbar. Hier könnte man bereits in Studium und Ausbildung ein wichtiges Fundament schaffen.