Luxus-Platte & die Angst vorm Absturz

Oft werden Menschen, die auf der Straße leben, kein Zuhause oder gar eine Familie an der Seite haben, verurteilt: „Penner, geh doch arbeiten!“ und, und, und.

Der Absturz, so tief zu fallen und von der Gesellschaft ignoriert und beschimpft zu werden, ist gar nicht so weit weg. Betroffene und Überlebende sexuellen Missbrauchs und Gewalt in der Kindheit stehen oft an diesem Abgrund. Frag lieber, wie groß mag sein Rucksack sein? Wenn du jemanden siehst, der auf der Straße lebt, dann denk an diese Frage.

Ich lande dann immer bei meinem „Roten Faden“. Er zieht sich durch mein ganzes Leben. Ohne meine Überlebensstrategie und meine Freunde Gudrun und Tom wäre ich schon auf Platte unterwegs. Ganz sicher. Seit meinem Traumaausbruch, das ist jetzt 4,5 Jahre her, plagt mich die Existenz- und Zukunftsangst. Als hätte ich nicht schon genug zu schleppen! Angst ist ein sch… Gegner, der raubt mir alle Kräfte und lähmt mich.

Mein Antrag auf Hilfeleistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz läuft nun schon seit dem 15.10.2015. Ich höre an allen Stellen von Betroffenen, dass sie an den Rand ihrer Kraft gebracht werden, und das, um Hilfe zu erfahren. Die Täter genießen unbestraft ihren Ruhestand und die Opfer stehen im Regen, kämpfen jeden Tag auf’s Neue ums Überleben. Mich wundert es nicht, dass so viele Betroffene die Kraft verlieren und sich aufgeben.

Herzlichst

Picasso & Markus

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.