Steffi Lachmann

Mitgründerin und Fachliche Leitung des Tour41 e.V.


Primär zuständig für die Bereiche Beratung & Hilfe zur Selbsthilfe, Prävention, Projektmanagement

Ehem. Verwaltungsfachkraft stationäre Kinder- und Jugendhilfe, ehem. Justizfachangestellte, Soziale Arbeit B.A. (im Studium)


Zertifizierte Qualifizierungen im Themenfeld sexualisierte Gewalt:

‚Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch für medizinisch-therapeutische und pädagogische
Berufe‘

(Universitätsklinikum Ulm)

‚Traumapädagogik‘
(Universitätsklinikum Ulm)

‚Gute Kinderschutzverfahren‘
(Universitätsklinikum Ulm, Juristische Fakultät Georg-August-Universität Göttingen, Deutsches Jugendinstitut DJI, SOCLES International Centre for Socio-Legal Studies gGmbH)

‚Traumatherapie‘
(Universitätsklinikum Ulm, Universität Bielefeld)

‚Schutzkonzepte in Organisationen – Schutzprozesse partizipativ und achtsam gestalten‘
(Universitätsklinikum Ulm, Hochschule für angewandte Wissenschaften HAW Landshut, Universität
Hildesheim)


‚Leitungswissen Kinderschutz in Institutionen‘
(Universitätsklinikum Ulm)

Fachtagung „Facetten Sexualisierter und Ritueller Gewalt. Das Schöne in meiner Seele hat überlebt“(Katholische Hochschule NRW Münster, Bischöfliches Generalvikariat Bistum Münster, Fachstelle für Sekten- und Weltanschauungsfragen)


Meine Motivation

Als sich mein Bruder im Jahr 2007 das Leben nahm, veränderte sich unser Leben schlagartig. Unsere schöne heile Welt mit all den alltäglichen kleinen Problemen und Anforderungen brach in sich zusammen und es offenbarte sich ein Geheimnis, über das mein Bruder viele Jahre geschweigen hatte. 

Sechs Wochen vor seinem Suizid hatte er uns den sexuellen Missbrauch durch den Leiter seiner Pfadfindergruppe anvertraut. Diese Gruppe besuchte er vom 9. – 11. Lebensjahr. Verzweifelte 6 Wochen der Hilfesuche folgten. Leider zu spät; denn er hatte sich längst entschieden seinem seelischen Leiden ein Ende zu setzen.

In der Folgezeit versuchten wir Antworten auf viele Fragen zu finden:
Wieso hat er nicht früher etwas gesagt?
Wieso haben wir nichts bemerkt?
Warum ist er weiter in diese Pfadfindergruppe gegangen, nachdem der erste Übergriff geschehen war?

Heute haben wir die Antworten:
Tatdynamiken, Täterstrategien und kindliche Schutzfaktoren sowie Schuldgefühle, Scham und Angst verhindern allzu oft die Offenlegung von (sexualisierten) Gewalterfahrungen.

Immer und immer wieder und leider immer noch. 

Nur in einer informierten und aufgeklärten Gesellschaft, in der (sexualisierte) Gewalt kein Tabuthema mehr ist, können wir dem entgegenwirken; denn Wissen hilft schützen!

Was hätte mein Bruder gebraucht, um den Mut zu fassen sich anzuvertrauen?
Zu wissen, dass er nicht allein ist.
Zu wissen, dass ihm geglaubt wird.
Zu wissen, dass er nicht schuld ist.
Zu wissen, dass es Hilfe gibt.

Heute, nachdem ich mich mittlerweile 15 Jahre mit dem Thema sexualisierte Gewalt beschäftigte, habe ich die Antworten.

Das ist meine Motivation: Alles dafür zu geben, anderen die Erfahrungen, die wir als Familie machen mussten, zu ersparen. Zu sensibilisieren, zu informieren, Wege aufzuzeigen.

Denn obwohl wir mittlerweile wissen, dass sexualisierte Gewalt ein Grundrisiko einer Kindheit in Deutschland ist (Zitat UBSKM Herr Rörig), ist sie in weiten Teilen der Gesellschaft immer noch ein TABU!

Wir sind ALLE gefragt, DAS zu ändern. Es geht uns ALLE an! 

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