Markus Diegmann

reiste vom 24.09.2016 bis zum 16.10.2021 (1.848 Tage!) mit seinem Wohn-/Infomobil „Enola Gale“ durch Deutschlands Städte, um Unterschriften zur Abschaffung der Verjährungsfrist bei sexuellem Kindesmissbrauch zu sammeln. 

WDR Aktuelle Stunde vom 30.05.2019
Ein Mann und seine Mission: Gegen die Verjährung bei sexuellem Missbrauch
#KeineTatohneKonsequenz
WDR Aktuelle Stunde vom 22.04.2019
Ostern in Lügde – Event trotz Missbrauchsskandal
SVZ.de – Film von Jens Schwark (Schweriner Volkszeitung) – 30.10.2018
Tour41 Kampf gegen Verjährung sexuellen Kindesmissbrauchs
#Tour41 #KeineTatohneKonsequenz #Kindesmissbrauch
Die Runde Ecke – Missbrauchte Kinder durchleben die Hölle – 27.03.2018
#Tour41 #KeineTatohneKonsequenz #Kindesmissbrauch
SWR Nachtcafé – Was einen nicht loslässt – 07.06.2017
Markus Diegmann ab Minute 26:55 – 51:07

Markus Diegmann in Presse und Medien:

SEHENswert – Markus im TV

HÖRENswert – Markus im Gespräch

LESENswert – Markus in der Presse

ACHTENswert – Dokumentarfilm 2021 „Ein Ozean“

Mein Name ist Markus,

ich bin selbst Betroffener sexuellen Missbrauchs und Misshandlung in der Kindheit. Seit dreieinhalb Jahren  versuche ich, einen Therapieplatz zur Behandlung chronisch komplexer Trauma zu bekommen. Ich bin erwerbsunfähig und bekomme nicht die Hilfe, um wieder ein normales Leben führen zu können. Die Täter genießen zufrieden ihren Passionsabend, genießen Weihnachten, Urlaubsreisen und Wohlstand. Ich selbst bin 1993 an der damaligen Verjährungsfrist von zehn Jahren gescheitert und 2013 auch. Der Missbrauch an Kindern darf nicht verjähren, keine Frist reich aus, um die Täter einer gerechten Strafe zuzuführen.

 Ich reduziere mich so, dass ich über die Runden komme und ziehe in ein Wohnmobil. Ich werde Betroffene über Hilfestellen und amtliche Hilfen zur Heilbehandlung informieren. Betroffene können sich besser mit Betroffenen austauschen. Die Scham ist nicht so ausgeprägt.

Dank meiner Freunde, meiner acht Geschwister und meinem Sohn bin ich in der Lage, in ein Wohnmobil zu ziehen und die notwendige Technik zur Verfügung zu haben, um diese Tour zu starten.

Auf der Tour durch Deutschland werden ich und mein Hund Picasso in verschiedenen Städten 1.000.000 Unterschriften zur Aufhebung der Verjährungsfrist bei Missbrauch an Kindern sammeln.

Werden auch Sie Unterstützer. Gerade die Akuthilfe fehlt!

Das Trauma überleben

Der Begriff „Überlebender“ beschreibt genau den Zustand, in dem sich ein sexuell missbrauchtes Kind, das erwachsen geworden ist, befindet.

Überlebende sind unglücklich, weil sie intuitiv wissen, dass sie sich bloß über Wasser halten, statt ihre Möglichkeiten für ein zufriedenes und lohnendes Dasein auszuschöpfen. Glück und Erfüllung sind unmöglich, wenn der Körper und Geist darauf gedrillt sind, im Alarmzustand zu verharren.

Unterstützen Sie unser Projekt, jede Unterschrift zählt!

  • Geboren 1966 in Lamsfuß, Kürten, als 7. von 9 Kindern
  • Hauptschule ohne Abschluss bis zur achten Klasse
  • Ausbildung zum Straßenbauer, Tiefbaufacharbeiter und Kanalbauspezialfacharbeiter
  • Ausbildung zum Technischen Zeichner, Fachrichtung Maschinenbau
  • Ausbildung zur CAD/CAM Fachkraft
  • Erwerb der Ausbildereignung im gewerblich-technischen Bereich
  • Jüngster Berufsschullehrer in Köln. Tätig als Fachtheorielehrer CAD/CAM mit
  • Sonderbefähigung des Kultusministers NRW
  • Freelancer Toyota Motorsport GmbH Köln. Einführung von ~100 CAD Arbeitsplätzen für den
  • Motorsport
  • Vater von Phil Diegmann *1991
  • Gründerpreis Bonn/Rhein Sieg
  • Volontariat zum Redakteur Redaktion RFW Köln
  • Marketingleiter und reisender Redakteur des Objektes „Fly and Glide“ beim
  • Jahr Top Special Verlag Hamburg
  • Editorial Trainer DTI Utah, USA – Arbeitsprozess-Optimierung / Einführung neuer Software

Herr Picasso

Ghost Eye Dog (Australien Shepard Black Tri) Rüde
*27. Juni 2013
#Ausbildung zum Rettungshund, Fläche und Trümmer bis zur Prüfungsreife (RHOT)
#Ausbilderin Andrea Hohneiker
#Ausbildung zum Assistenzhund (DAHZ)
#Weltrekordhalter 2017
#Filmhund in „Knopf und Team übernehmen Titel: Wo ist Frauchen?“

Ich und meine ANP (Anscheinend Normale Persönlichkeit). Mit eins der schönsten Dinge in meinem Leben ist, dass ich so viele Menschen kennenlernen durfte. All denen, in deren Leben ich mal kurz aufgeschlagen bin und dann irgendwann wieder in den Äther verschwand, mit denen mich schöne Erinnerungen verbinden, möchte ich sagen, danke dafür.

1990-1994 Fachtheorielehrer
Meine Aufgabe bestand darin, Architekten, Dipl. Ing. Metall und Tech. und Bauzeichner in einem sechsmonatigen Kurs  zum CAD Anwender und zur CAD Fachkraft auszubilden. Programmiersprachen, Word, Excel, MS DOS und Windows gehörten natürlich dazu. Leisten musste ich 26 Stunden/Woche; in der Schule meinen Unterricht abhalten. Die Studenten habe ich auf die IHK Prüfungen vorbereitet, um diese erfolgreich abzuschließen. Den Rest der Woche war ich daheim und habe den Unterricht vorbereitet.

1991 Leben in der schönsten Form und der Tod
Am 6. Februar erblickte mein Wunschkind Phil das Licht der Welt. Was für eine Freude. Der erste den er sah, war der Papa. Ich hab ihn gebadet, oh wie schön. Der Sommer war der Hammer. Durch die Berufsschule war ich viel daheim. Wir sind im warmen Sommerlicht an die Bevertalsperre gefahren. Er im Rucksack.
An einem Freitag, dem 13. Dezember, klingelte morgens um halb sechs das Telefon. Mein Bruder Manfred teilte mir mit, dass Mama gestorben sei.

1992 Kein Sinn, kein Ziel
Mit neun Jahren wollte ich erstmals sterben. Das zweite Mal parkte ich meinen Wagen hinter dem Totenhäuschen am Friedhof und schluckte 20 Schlaftabletten gemischt mit zehn Kölsch.

1995-2004 Selbstständig – selbst und das ständig
Durch einen Lehrgang in München lernte ich Bruno R. aus Köln kennen. Ingenieur bei Toyota Motorsport. Ich fing nebenberuflich als Freelancer an. Erster Stundenlohn 76,- DM. Man stellte mich vor die Wahl, ganz bei Toyota anzuheuern. Zeitweise hatte ich bis zu zehn Angestellte. Zusätzlich übernahm ich Schulungen für einen israelischen CAD/CAM Softwarehersteller europaweit. Ich schulte oft Vorort; hatte aber auch einen Schulungsraum in Hamm, Westfalen. Zehn Arbeitsplätze mit pädagogischem Netzwerk (also zeitgemäß up to date) und eine Niederlassung des Softwareherstellers zwei Häuser weiter.
Zu dieser Zeit arbeitete ich 15 Stunden am Tag, zuletzt 7 Tage die Woche. Meine Frau: 1995 kennengelernt, Dezember 1997 auf Fiji geheiratet und getrennt März 1998, geschieden 2007!?

1997 Gründerpreis Bonn/Rhein Sieg
Gelungene Firmengründung in der Region Bonn/Rhein Sieg.

2003 Der Hirnschlag
Im Februar 2003 hatte ich eine Schulungswoche in meinem Schulungsraum in Hamm, Westfalen. Ich schulte Mitarbeiter von Firmen, die diese Software gekauft hatten und jetzt darauf fit gemacht werden mussten. Mittags lud ich die Teilnehmer zum Essen ein. Als ich den Schulungsraum abschloss, brach ich ohnmächtig zusammen. Mit dem Notarzt ins Marien-Hospital auf die Stroke Unit. Intensivzimmer für Hirnschlagopfer. Drei Tage lag ich da. Zwei Monate später immer noch Schwindel, permanent dreht sich alles. Wie im Suff. Aufträge schliefen ein, die Firma führungslos und ich dachte, das wäre es gewesen mit meinem Leben. Ich verlor alles….

2004 Wieder zurück in Deutschland
Im Oktober kam ich zurück aus der Schweiz. Ich war das letzte Jahr dort und hab bei Freunden gewohnt und den Hirnschlag verdaut. Keine Krankenversicherung mehr, kein Zuhause, keine Familie oder Freunde. Ich sprach bei einem ehemaligen Kunden in Solingen vor und legte meine Karten offen. Er stellte mich für 1.000€/netto ein. Hurra ich war krankenversichert und konnte mir eine Wohnung leisten. Insolvenz angemeldet und mein Haus verloren. Dafür das Gleitschirmfliegen gewonnen. Ich bekam die Chance, ein Volontariat zum Redakteur zu durchlaufen; beim größten Drachen- und Gleitschirmfliegermagazin „Fly and Glide“. Schreiben ist nicht mein Ding, so kümmerte ich mich um den Anzeigenverkauf und Vertrieb. Ich zog in einen alten Camping Bulli T3 und bereiste Europa. Jeden Tag fliegen, Spaß haben und sich des Lebens freuen.

2007 Sterben die Dritte
Zu wissen, dass etwas nicht stimmt, tut weh. Du weißt nicht, was da drückt. So schnitt ich mir am rechten Handgelenk die Pulsader auf und kniff dann doch. Viel Blut um nichts, alles bleibt wie es war, nur, dass ich jetzt täglich daran erinnert werde.

2008 WORKING USA
In diesem Jahr musste sich wieder einmal alles ändern. Ich bewarb mich bei einem Softwarehersteller für Redaktionssysteme und bekam die Stelle. Erstmal zur Ausbildung nach Salt Lake City, Utah. Ich habe bis zum 1.3.2013 meine größten beruflichen Erfolge. Ich habe die Welt bereist. Ich habe die verschiedensten Berufsgruppen in aller Welt ausgebildet, alles ohne Hauptschulabschluss.

2013 Meine Überlebensstrategie verschwand
Am ersten März 2013, in den frühen Morgenstunden und nicht ganz nüchtern, kamen mir, wie von einem Blitz getroffen, Bilder in den Kopf. Sie lassen bis heute nicht von mir los. Es werden mehr und es wird unerträglicher. Ich hasse mich, ich schäme mich, auch wenn ich in meinen Therapien lerne, dass ich keine Schuld habe. Ich war sechs und schüchtern bis ängstlich. Ich sehe Eisblumen am einfach verglasten Sprossenfenster im kleinen Zimmer von Manfred und Bernd. Es passten gerade die beiden Betten ins Zimmer. Eiseskälte, der Atem schwebt durchs Zimmer. Dietmar H. war mit seiner Mutter zu Besuch. Neun Jahre Panik, Angst, Schmerzen, Scham, allein sein und ohne Ziel. Ein Wochenende in Erftstadt festgehalten. Vor Angst in die Hose gemacht und dafür vom Vater halb tot geschlagen und erniedrigt. Nackt vor Gästen und Geschwistern die voll gemachte Unterwäsche in einem Eimer Wasser mit Waschpulver selbst reinigen müssen. Ich rieche es heute noch, ich ekel mich. Ich spüre den Faustschlag, den mein Vater mir verpasst hat, als ich die Wäsche wusch. Ich laufe und laufe, schaffe jedoch keinen Abstand. Ich trage seit 43 Jahren ein Korsett, so eng geschnürt, dass die Bauchmuskulatur angespannt sein muss und das bis heute. Ich hab mit 18 Jahren geheiratet, damit ich von zu Hause raus konnte. Mit 25 kam mein Phil zur Welt. Mein Bester, den liebe ich wirklich. Sie haben meine Kindheit im Alter von sechs Jahren zerstört, mir verwehrt, Phil aufwachsen zu sehen. Eine Familie zu haben, wie Martin oder Wolfgang. Einfach nur leben durfte ich nicht.

Drei Jahre hoffe ich, dass es morgen besser wird, drei Jahre lang. Ich kann machen was ich will, es wird nicht besser. Doch Weglaufen hilft auch nicht mehr. Wo geht die Reise hin?
Was braucht es mehr, als eine zerstörte Existenz, drei Jahre Therapie und zwei Zeugen, um als Opfer anerkannt zu werden? Bei den Behörden fühle ich mich als Täter. Ich bin neun Jahre durch die Hölle gegangen und jetzt hab ich Angst, nicht mehr ins Leben zu finden.

Heute kam der Bescheid aus dem Traumhaus Bielefeld. Abgelehnt – weil ich Kassenpatient bin und von der Klinik aus mehr als 100 km entfernt wohne. Wäre ich Privatpatient sähe es anders aus. Zuerst bin ich in ein tiefes Loch gefallen, habe geweint, geschluchzt und fühlte mich allein gelassen. Ich möchte den täglichen Druck nicht mehr. Das war die letzte Hoffnung auf Hilfe. Ich hab mich jetzt dreimal gefreut, dass ich endlich weiterkomme und am Leben teilnehmen kann. Nun sind mehr als drei Jahre ins Land gezogen und die Kraft, eine Therapie zu starten schwindet. Was ich bei Frau Bark, meiner ambulanten Therapeutin, gelernt habe ist: Keiner kann mir das Erlebte nehmen, ich kann aber gelassener damit umgehen. Dank Frau Bark und meiner Hausärztin bin ich vom Opfer zum Überlebenden gereift.

Der Begriff „Überlebender“ beschreibt genau den Zustand eines sexuell missbrauchten Kindes, das erwachsen geworden ist. Indem die Erfahrungen durchlebt wurden, wandelt sich allmählich das kindliche Opfer zu einem erwachsenen Überlebenden.

Überlebende sind unglücklich, weil sie intuitiv wissen, dass sie sich bloß über Wasser halten, statt ihre Möglichkeiten für ein zufriedenes und lohnendes Dasein auszuschöpfen. Glück und Erfüllung sind unmöglich, wenn Körper und Geist darauf gedrillt sind, im Alarmzustand der Überlebenssicherung zu verharren.

Ich bin eine therapeutisch genannte „Anscheinend Normale Persönlichkeit“, kurz ANP. Kaum jemand sieht oder kann nachempfinden wieviel Scham, Schmerz, Wut und Traurigkeit ich Tag für Tag mit mir herumtrage. Darum kämpfe, die schlechten von den guten Gedanken zu trennen. Neun Jahre Missbrauch haben viele jüngere Anteile in mir zurückgelassen. Diese kommen hier und da zum Vorschein. Um diese zu integrieren benötige ich eine Traumatherapie für chronisch komplex traumatisierte Menschen. Diese Hilfe wird mir verwehrt. Da auch die Kliniken Essen/Bochum etc. Absagen erteilten, gibt es für mich erst einmal keine Hilfe. Nun muss ich handeln. Zur Wahl standen nun:

  1. Das Auto verkaufen, um dann hier gebunden in meiner kleinen Wohnung in Depressionen zu verfallen.
  2. In ein Wohnmobil ziehen, dafür Geld in der Tasche um auch den Kühlschrank zu füllen und etwas zu bewegen.

Ganz lieben Dank gilt meinen Geschwistern. Ihr habt euch alle so lieb bemüht und es mir überlassen, wann ich die Kraft habe euch zu sehen. Wir haben uns fast 25 Jahre nicht gesehen, trotzdem hatte ich ein wenig das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit. Es tut mir so leid, dass ich in eurer Heimat keine Ruhe finden kann. Die Nähe zu euch wäre schön.

Und meinem Besten, Phil, meinem Sohn. Ich bin sehr stolz auf dich und weiß, du machst deinen Weg. Danke, dass du bist wie du bist. Ich hab dich lieb.

Ohne meine besten Freunde, Gudrun Graf, Nürnberg und Thomas Michalzcak, Duisburg, wäre das Projekt nicht machbar. Danke. Ihr habt mir den Grundstein gelegt.

Es werden Abwehrmechanismen entwickelt, die helfen, seelisch und körperlich zu überleben. Diese Mechanismen resultieren aus dem Schockzustand des sexuellen Traumas und der Unfähigkeit, das Trauma zu überwinden.

Die zentralen Abwehrmechanismen setzen sich aus Verleugnung, Verdrängung der Erinnerung und Dissoziation zusammen und sichern das Überleben.

Sie helfen trotz des belastenden Leides in der Welt, funktionsfähig zu bleiben.

Im Erwachsenenalter sind diese Mechanismen immer noch wirksam, es wird weiter im „Überlebensmodus“ verharrt.

Was für immer bleibt ist die Erinnerung, der tägliche Kampf nicht im Überlebensmodus zu verharren. Es braucht viel Kraft, den schlechten Erinnerungen keinen Raum zu geben.

Ich habe dank meiner ambulanten Therapeutin, mein gesamtes Leben reflektieren können und mir klar machen können, dass ich nicht weiter wegzulaufen brauche. Auch wenn meine letzte Hoffnung, das Traumhaus Bielefeld, geplatzt ist, weiß ich, dass mir niemand das Erlebte abnehmen kann. Ich werde mein Leben auch weiter leben. Was ich nicht möchte, ist, dass ich weiter in Depressionen, Dissoziationen und Erinnerungen verharre.

Deshalb bitte ich Sie, unterstützen Sie uns mit Ihrer Unterschrift!

Herzlichst

Picasso & Markus