Die Tour

Gentle Monster – Filmstart am 17.09.2026

Wenn das Leben, an das man geglaubt hat, zerbricht

Was geschieht, wenn der Mensch, den man liebt und dem man vertraut, plötzlich einer unvorstellbaren Straftat verdächtigt wird? Was, wenn nicht nur eine Beziehung, sondern die gesamte gemeinsame Vergangenheit infrage steht?

Marie Kreutzers neuer Film „Gentle Monster“ erzählt von einer solchen Erschütterung – konsequent aus der Perspektive von Lucy, die plötzlich und unerwartet mit den Taten ihres Mannes Philip  konfrontiert wird.

Die Konzertpianistin Lucy zieht mit ihrem Mann Philip und ihrem gemeinsamen Sohn aufs Land. Philip, ein Dokumentarfilmer, soll sich dort von einem Burn-out erholen. Doch dann steht die Polizei vor der Tür. Gegen Philip wird wegen Darstellungen sexualisierter Gewalt an Kindern ermittelt.

Für Lucy beginnt ein schmerzhafter Kampf zwischen Liebe und Misstrauen, Hoffnung und Angst, Festhalten und Hinsehen. Wer ist der Mann, mit dem sie ihr Leben teilt? Kann sie seinen Erklärungen glauben? Hat sie etwas übersehen? Und war ihr eigener Sohn bei ihm sicher?

Parallel begleitet der Film die Sonderermittlerin Elsa. Auch sie muss sich mit der Frage auseinandersetzen, wie viel sie über einen Mann weiß, der ihr nahesteht – und welche Wahrheiten sie selbst lange nicht sehen wollte.

Kein Film mit einfachen Antworten

„Gentle Monster“ macht es sich und seinem Publikum nicht leicht. Zu gerne möchten wir glauben, Täter seien Monster und als solche erkennbar. Ihre Taten offensichtlich.

Der Film zeigt – ruhig und authentisch – ein anderes Bild. Ein Realistisches. Es wird sehr deutlich, wie schwer es sein kann, der eigenen Wahrnehmung zu trauen, wenn die Wahrheit das gesamte Leben bedroht. Er macht aber auch deutlich: Nichtwissen und Nicht-wahrhaben-Wollen sind nicht dasselbe. Irgendwann verlangt Hinsehen eine Entscheidung.

Ein Film, der die Unsicherheit aushält

Léa Seydoux spielt Lucy mit großer Zurückhaltung und Intensität. Vieles vermittelt sich nicht über Worte, sondern über Blicke, Körperhaltung und Schweigen. Auch Jella Haase überzeugt als Ermittlerin Elsa, die beruflich nach Wahrheit sucht und ihr im eigenen Leben dennoch ausweicht.

„Gentle Monster“ ist kein klassischer Kriminalfilm. Er liefert keine beruhigende Ordnung und keine einfachen Antworten. Stattdessen bleibt er bei den Widersprüchen: Menschen können jemanden lieben und dennoch anerkennen müssen, wozu dieser Mensch möglicherweise fähig ist. Verdrängung kann zunächst Schutz vor einer unerträglichen Wahrheit sein – sie darf aber nicht zum Schutz der tatverdächtigen Person werden.

Unsere Empfehlung

„Gentle Monster“ ist ein aufwühlender, kluger und hervorragend gespielter Film. Er vermeidet sensationsheischende Bilder und nimmt sein Publikum dennoch nicht aus der Verantwortung. Er fordert dazu auf, genauer hinzusehen – auch dort, wo das Hinsehen weh tut.

Der Film startet am 17. September 2026 in den deutschen und österreichischen Kinos und ist ab 16 Jahren freigegeben.

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