Infos Betroffene

Hilfetelefon, Hilfeportal, OEG (Opferentschädigungsgesetz) und EHS (Ergänzendes Hilfesystem, Fonds sexueller Missbrauch)

Das „Hilfetelefon Sexueller Missbrauch“ ist die bundesweite, kostenfreie und anonyme Anlaufstelle für Betroffene von sexueller Gewalt, für Angehörige sowie Personen aus dem sozialen Umfeld von Kindern, für Fachkräfte und für alle Interessierten. Es ist eine Anlaufstelle für Menschen, die Entlastung, Beratung und Unterstützung suchen, die sich um ein Kind sorgen, die einen Verdacht oder ein „komisches Gefühl“ haben, die unsicher sind und Fragen zum Thema stellen möchten.

Die Frauen und Männer am Hilfetelefon sind psychologisch und pädagogisch ausgebildet und haben langjährige berufliche Erfahrung im Umgang mit sexueller Gewalt an Mädchen und Jungen. Sie hören zu, beraten, geben Informationen und zeigen – wenn gewünscht – Möglichkeiten der Hilfe und Unterstützung vor Ort auf.

Jedes Gespräch bleibt vertraulich. Der Schutz der persönlichen Daten ist zu jedem Zeitpunkt garantiert.

Sprechzeiten:

Montags, mittwochs und freitags: 9 bis 14 Uhr
Dienstags und donnerstags: 15 bis 20 Uhr
(Das Telefon ist nicht an Feiertagen und nicht am 24. und 31. Dezember besetzt).
Anfragen können auch postalisch oder per E-Mail an Beraterinnen und Berater des Hilfetelefons gestellt werden.
E-Mail: beratung@hilfetelefon-missbrauch.de

Alternativ kannst du dich auch auf dem Hilfeportal u. a. über Fachberatungsstellen und anderes in deiner Nähe informieren.

Kennen Sie das OEG?

Schon vor einigen Jahren wurde eine Reform des Sozialen Entschädigungsrechts angekündigt, zu dem auch das Opferentschädigungsgesetz gehört. Vor dem Jahr 2020 wird eine Neufassung jedoch voraussichtlich nicht in Kraft treten. Nach unseren neuesten Infos aus Berlin ist zu befürchten, dass die Neufassung eher ungünstiger für die Entschädigung Betroffener ausfällt als die jetzige Lösung.

Die aktuelle Gesetzeslage zum OEG stellt sich wie folgt dar:
Personen, die durch eine Gewalttat eine gesundheitliche Beeinträchtigung erlitten haben, können nach dem Opferentschädigungsgesetz (OEG) auf Antrag Heilbehandlungs-, Renten- und Fürsorgeleistungen erhalten. Anspruchsberechtigt sind Geschädigte und Hinterbliebene (Witwen, Witwer, Waisen, Eltern).

Ein Anspruch setzt voraus, dass eine Person durch einen vorsätzlich begangenen rechtswidrigen Angriff oder bei dessen rechtmäßiger Abwehr eine gesundheitliche Schädigung erlitten hat. Eine Verurteilung ist nicht erforderlich.

Wie und wo wird der Antrag gestellt?
Der Entschädigungsantrag kann wie folgt gestellt werden:
Formlos oder mit Formularen der Landesversorgungsbehörden oder mit Hilfe des bundeseinheitlichen Antragsformulars

Für Hinterbliebene steht noch kein bundeseinheitliches Antragsformular zur Verfügung. Diese können den Antrag formlos stellen oder sich an eine der Landesversorgungsbehörden wenden.

Bei einer Gewalttat im Inland können Betroffene den Antrag bei der Versorgungsbehörde des Bundeslandes stellen, in dem sich die Tat ereignet hat.
Umfangreiche Informationen zum OEG und den jeweils zuständigen Behörden gibt es hier: http://www.bmas.de und hier: https://beauftragter-missbrauch.de

Hier möglichst bald einen Antrag stellen, keine Klarheit über die Laufzeit: Fonds sexueller Missbrauch im familiären und institutionellen Bereich

Derzeit können Betroffene sexuellen Missbrauchs im Kindes- oder Jugendalter im familiären Bereich weiterhin Anträge auf Hilfeleistungen aus dem Ergänzenden Hilfesystem an die Geschäftsstelle des Fonds Sexueller Missbrauch stellen können.

Anträge, die den institutionellen Bereich des Ergänzenden Hilfesystems betreffen, konnten ursprünglich bis zum 31.08.2016 gestellt werden. Der Bund stellt aber auch über den 31.08.2016 die für den Fonds Sexueller Missbrauch im familiären Bereich geschaffenen Strukturen aus Verwaltung und Clearingstelle für die institutionellen Vereinbarungspartner zur Verfügung. Neben dem Bund haben auch einige Institutionen die Antragsfrist verlängert. Bei welchen Institutionen auch über den 31.08.2016 hinaus die Antragstellung möglich ist, können sie auf der Homepage www.fonds-missbrauch.de erfahren oder telefonisch erfragen.

Kontakt Fonds sexueller Missbrauch

Wenn Sie Fragen zum Thema sexueller Missbrauch haben, allgemeine Auskünfte zur Antragstellung beim Ergänzenden Hilfesystem wünschen oder Informationen zu Beratungsangeboten und Hilfe bei der Suche nach einer geeigneten Psychotherapeutin bzw. einem geeigneten Psychotherapeuten benötigen, wählen Sie bitte die kostenlose Telefonnummer 0800 400 10 50.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von N.I.N.A. e.V. – Nationale Infoline, Netzwerk und Anlaufstelle zu sexueller Gewalt an Mädchen und Jungen – sind erfahrene Fachleute aus den Bereichen Psychologie und Sozialpädagogik.

0800 400 10 50

Sprechzeiten

Montags: 9:00 Uhr – 14:00 Uhr
Dienstags: 15:00 Uhr – 20:00 Uhr
Mittwochs: 9:00 Uhr – 14:00 Uhr
Donnerstags: 15:00 Uhr – 20:00 Uhr
Freitags: 9:00 Uhr – 14:00 Uhr

Jedoch nicht an Feiertagen und am 24. und 31. Dezember

Wenn Sie konkrete Fragen zu Ihrem Antrag haben, wählen Sie bitte die Telefonnummer: 030 18555-1988.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle Fonds Sexueller Missbrauch beraten Sie gerne: 030 18555-1988

Sprechzeiten

Dienstags: 09:00 Uhr – 15:00 Uhr
Mittwochs: 09:00 Uhr – 15:00 Uhr
Donnerstags: 09:00 Uhr – 15:00 Uhr

Jedoch nicht an Feiertagen und am 24. und 31. Dezember

Was ihr im Rahmen unserer Erfahrungen beachten solltet:

Sowohl bei Antragstellung für das OEG, als auch bei Anträgen an den Fonds sexueller Missbrauch muss man mit einer sehr langen Bearbeitungszeit rechnen. Insbesondere ein Antrag im Rahmen des OEG bedeutet aufgrund der hohen Standards hinsichtlich der Prüfung auf Plausibilität und Begutachtung sowie Offenlegung der gesamten persönlichen Erfahrungen in Bezug auf die Tat, eine große Belastung für den Antragsteller.

Die Kritikpunkte der gängigen Praxis sind dem Gesetzgeber hinlänglich bekannt. Erst im September 2018 wurde unserer Familienministerin Frau Giffey eine lange Liste der reformbedürftigen Punkte durch Ingo Fock und Kerstin Claus im Rahmen des Kongresses MitSprache des Betroffenenrates übergeben. Im Rahmen eines Workshops waren wir an der Erstellung der Forderungen beteiligt. Frau Giffey versprach, sich für die Umsetzung einzusetzen. Dennoch wird mit einer evtl. Verschlechterung der Bedingungen gerechnet. Grund hierfür ist ein vorliegender Gesetzesentwurf, der auf das Ergebnis schließen lässt.